Gesetzliche Grundlagen

Die Klimapolitik von Bund, Kanton und Stadt Bern schafft einen verbindlichen Rahmen für Unternehmen, die ihren Beitrag zur Erreichung der Netto-Null-Ziele leisten wollen. Die folgenden gesetzlichen Grundlagen definieren die wichtigsten Pflichten, Chancen und Fördermöglichkeiten:

Nationales Klima- und Innovationsgesetz (KlG)

Mit dem 2025 in Kraft getretenen Klima- und Innovationsgesetz ist das Netto-Null-Ziel für Unternehmen bis 2050 erstmals verbindlich im Bundesrecht verankert. Das Gesetz setzt derzeit vor allem auf Förderinstrumente, um Unternehmen beim Übergang in eine CO2-neutrale Zukunft zu unterstützen.Damit Fördermittel gesprochen werden können,

Unternehmen, die jetzt aktiv werden, schaffen sich Planungssicherheit, reduzieren regulatorische Risiken und vermeiden spätere, oft kostspielige Überraschungen.

 

Klimareglement der Stadt Bern

Die Stadt Bern hat sich verpflichtet, spätestens 2045 Co2-neutral zu sein. Dafür gilt ein klar definierter Absenkpfad für die territorialen Treibhausgasemissionen:

Jahr   Max. Emissionen pro Person

2025   3.14 Tonnen
2031   1.86 Tonnen
2035   1.00 Tonne
2041   0.60 Tonnen

Diese Ziele kann die Stadt Bern nur erreichen, wenn Bevölkerung, Wirtschaft und öffentliche Hand an einem Strick ziehen. Um dies zu erreichen, hat die Stadt Bern die Energie- und Klimastrategie entwickelt.

Beratung

Die Klimaplattform unterstützt ihre Partnerunternehmen mit der Vermittlung von Beratung bei der Erarbeitung von Netto-Null- und Nachhaltigkeitsstrategien. Sie vermittelt je nach Grösse, Situation und Anspruch des Unternehmens folgende Programme.

 

Kostenlose Einstiegsprogramme

Die Energieberatung von ewb richtet sich gezielt an Unternehmenskunden und unterstützt diese dabei, ihren Energieverbrauch zu optimieren, Emissionen zu reduzieren und regulatorische Anforderungen zu erfüllen. Der Fokus liegt auf einer praxisnahen, fundierten Beratung, die Unternehmen hilft, den passenden Weg in Richtung Energieeffizienz und Dekarbonisierung zu finden.

Eine Erstberatung ist für Unternehmen aus der Stadt Bern kostenlos. Basierend auf möglicherweise verfügbaren Verbrauchsdaten und einem zweistündigen Termin vor Ort identifizieren die Energieexpert*innen von ewb. Einsparpotenziale und zeigen konkrete Massnahmen auf. Oft folgt ein Zweitgespräch, um Erkenntnisse zu vertiefen.

Je nach Komplexität, Unternehmensgrösse und Bedürfnissen des Partners wird im Anschluss an ein umfassenderes kostenpflichtiges Beratungsprogramm verwiesen.

Die Unternehmensberatung von ewb kann aufgrund bestehender Akkreditierungen folgende kostenpflichtigen, aber teilweise subventionierten Anschlussberatungen durchführen:

 

be-advanced unterstützt KMU im Kanton Bern mit dem kostenlosen Coachingprogramm be-green. Dieses bietet praxisnahe, fundierte und individuell abgestimmte Beratung für eine nachhaltige Unternehmensentwicklung. In persönlichen Coaching-Sessions erhalten Unternehmen Orientierung im vielfältigen Nachhaltigkeitsumfeld und erfahren, welche gesetzlichen Vorgaben auf sie zukommen. Sie erhalten zudem Unterstützung auf dem Weg zu einer glaubwürdigen und umsetzbaren Nachhaltigkeitsstrategie und Zugang zu passenden Programmen und Förderinstrumenten.

Im Vordergrund steht die Priorisierung der wirksamsten Massnahmen und die Identifikation von konkreten Werkzeugen für deren Umsetzung und wo möglich der Vermittlung von Nachfolgebegleitung.

Zusätzlich zu den Coachings bietet be-green verschiedene kostenlose Workshops zu relevanten Nachhaltigkeitsthemen.

 

Finanziert durch die BEKB KMU-Förderstiftung unterstützt das KMU-Impulsprogramm jährlich bis zu 200 halbtägige Expertenworkshops zu aktuellen Herausforderungen von KMU. Im Bereich Klima und Nachhaltigkeit werden unter anderem folgende Workshops angeboten:

KMU können für die Teilnahme eine Förderung beantragen oder die Workshops selbst finanzieren. Ziel der Workshops ist es, zentrale Herausforderungen zu identifizieren und erste konkrete Schritte in Richtung Lösungen aufzuzeigen. Die Veranstaltungen richten sich in der Regel an Führungspersonen von KMU.

 

Dekarbonisierungs-Beratung für kleine und mittlere Unternehmen

PEIK ist ein Beratungsprogramm von EnergieSchweiz. Ziel ist es, den Energieverbrauch systematisch zu analysieren und Reduktionspotenziale sichtbar zu machen. Die Beratung vor Ort umfasst eine ganzheitliche Betrachtung aller relevanten Energieflüsse und Emissionsquellen (d.h. Strom, Wärme und Treibstoffe). Der standardisierte Bericht enthält eine priorisierte Massnahmenliste mit wirtschaftliche rentablen Sofort-, Kurz- und Mittelfristmassnahmen und konkreten Hinweisen auf verfügbare Fördergelder. Ergänzend unterstützt PEIK Unternehmen auch bei der Umsetzung der empfohlenen Massnahmen.

Die PEIK-Beratung kann neu durch die Erstellung eines Fahrplans zur Dekarbonisierung ergänzt werden (Scope 1 und 2 exkl. Scope 3).      

 

Mit EnAW-Kompakt (Betriebsoptimierung) bietet die Energie-Agentur der Wirtschaft ein speziell auf kleine und mittlere Unternehmen zugeschnittenes Programm, das bewusst schlank gehalten ist und einen unkomplizierten Einstieg in Energieeffizienz und Klimaschutz ermöglicht. Ausgangspunkt ist ein kostenloser Schnell-Check, auf dessen Basis ein Massnahmenkatalog für Scope-1- und Scope-2-Emissionen erstellt wird – je nach Bedarf qualitativ oder quantitativ. Ergänzend wird ein „Netto-Null light“-Fahrplan erarbeitet, der die zentralen Kategorien von Scope-3-Emissionen identifiziert und die wichtigsten Reduktionshebel skizziert, ohne diese im Detail zu quantifizieren. Ein jährliches Monitoring überprüft den Fortschritt und dokumentiert ihn in einem standardisierten Bericht.

Die Variante EnAW-Kompakt (Grossverbraucher) baut auf demselben Ansatz auf, richtet sich jedoch an Unternehmen oberhalb der Grossverbraucherschwelle. Hier werden quantitative Massnahmen vertieft analysiert und die Anforderungen des kantonalen Grossverbraucherartikels erfüllt.

 

Beratungsprogramme für umfassende Dekarbonisierung

Das Programm act-Dekarbonisierung entwickelt auf Basis einer umfassenden Emissionsbilanz (Scope 1, 2 und 3) einen praxisnahen Dekarbonisierungsfahrplan. Für Scope 1 und 2 werden konkrete Massnahmenvorschläge mit Kostenvergleichen erarbeitet. Bei Scope 3 erfolgt eine erste Quantifizierung und generelle Empfehlungen.

Der Fahrplan orientiert sich an den Standards des Klima- und Innovationsgesetzes (KlG) oder der Science Based Targets Initiative (SBTi) und berücksichtigt strategische, gesetzliche und wirtschaftliche Rahmenbedingungen. Die Massnahmen werden priorisiert und hinsichtlich ihrer Umsetzbarkeit und Förderfähigkeit bewertet. Unternehmen erhalten zudem gezielte Unterstützung bei der technischen Umsetzung, der Kommunikation ihrer Fortschritte sowie bei der jährlichen Re-Bilanzierung und dem Reporting

 

Auf Grundlage einer ganzheitlichen Analyse entwickelt die EnAW-Roadmap zur Dekarbonisierung einen umfassenden Netto-Null-Fahrplan nach den Vorgaben des Klima- und Innovatrionsgesetzes (KlG) sowie den Standards der Science Based Targets Initiative (SBTi).

Die Roadmap berücksichtigt sämtliche Emissionsbereiche (Scope 1–3, wovon Scope 3 eher generell) und gliedert den Dekarbonisierungsprozess in drei Schritte: zunächst die Erschliessung von Effizienzpotenzialen, danach die Substitution fossiler Energieträger und schliesslich die Behandlung unvermeidbarer Restemissionen durch Negativemissionstechnologien. Das zentrale Ergebnis ist eine priorisierte Massnahmenliste mit einer fundierten Wirtschaftlichkeitsbewertung, die auf Lebenszykluskosten basiert und damit über reine Investitionsrentabilität hinausgeht

 

Die Science Based Targets Initiative (SBTI) ist in erster Linie ein Zielsetzungs- und Validierungsprogramm. Unternehmen verpflichten sich, wissenschaftlich fundierte Klimaziele festzulegen, die im Einklang mit dem 1,5-Grad-Ziel stehen. Im Zentrum stehen die Entwicklung von Absenkpfaden, die Definition von Basis- und Zieljahren sowie die Validierung durch die SBTi. Die Initiative verlangt bei Grossunternehmen die Berücksichtigung sämtlicher Emissionsbereiche (Scope 1–3) und schafft damit einen hohen Grad an Glaubwürdigkeit. Sie liefert jedoch keine detaillierten Massnahmenpläne, sondern ist vor allem ein Instrument für strategische Zielverpflichtung und -messung und eignet sich v.a. für grosse Unternehmen.