71. Business Lunch
06.07.2026

Gurtenfestival AG: Mehr als Musik: Wie das Gurtenfestival Verantwortung übernimmt

Mit konsequenten Massnahmen in den Bereichen ökologische, soziale und ökonomische Nachhaltigkeit zeigt das Gurtenfestival seit Jahren, wie Kulturveranstaltungen Verantwortung übernehmen können. Der Business Lunch der Klimaplattform der Berner Wirtschaft – mitten in der Aufbauphase auf dem Festivalgelände – zeigte eindrücklich, wie viel Aufwand, Engagement und ausgefeilte Planung hinter diesem für Bern identitätsstiftenden Grossanlass stecken.

 

Konsequentes Umweltmanagement

Seit Jahren setzt das Gurtenfestival in verschiedenen Bereichen Massnahmen zur Förderung der Nachhaltigkeit um.

  • Bei der Verpflegung sind mindestens 50 % aller Menüs vegetarisch, es kommen regionale und saisonale Zutaten zum Einsatz.
  • 90 % aller eingekauften Güter stammen aus der Schweiz.
  • Über das ganze Festival gerechnet – inklusive Auf- und Abbau – fällt lediglich 1 kg Abfall pro Person an. Möglich macht dies eine Recyclingquote von 60 % sowie die enge Zusammenarbeit mit dem Entsorgungspartner, der jedes Kilogramm Material erfasst.
  • Der Strom stammt aus erneuerbaren Quellen. Rund 40 % kommen direkt aus dem Netz, der Rest wird vor Ort mit Generatoren erzeugt, weil dies für die kurze Zeitdauer des Festivals nachhaltiger ist als ein weiterer Ausbau des Stromnetzes. Seit letztem Jahr werden die Generatoren ausschliesslich mit HVO statt fossilem Diesel betreiben. Ein nächstes Ziel ist eine eigene Photovoltaik- und Batterielösung, dafür fehlt bislang die Finanzierung.

Damit Nachhaltigkeit kein Zufall ist, sondern konsequent weiterentwickelt werden kann, liess das Gurtenfestival 2025 eine vollständige Ökobilanz erstellen, festgehalten in einer über 700-zeiligen Exceltabelle.

 

Feel Safe Together

Mit einem umfassenden Sicherheitsmanagement und einem gut ausgerüsteten Gesundheitszelt – grösser als die Notaufnahme in Thun – sorgt das Gurtenfestival dafür, dass die meisten Zwischenfälle direkt vor Ort gelöst werden. Nur rund drei Personen pro Jahr müssen ins externe Spital eingewiesen werden. Genauso wichtig wie diese technische Sicherheit ist die soziale: Mit dem Konzept «Feel Safe Together» und klaren Grundsätzen gegen Diskriminierung und Rassismus schafft das Festival ein Klima, in dem sich alle Gäste wohl und geschützt fühlen sollen. Ein eigenes Care Team ist während des gesamten Festivals mobil auf dem Gelände unterwegs, das gesamte Personal ist im Umgang mit Vorfällen geschult, und wer sich zurückziehen möchte, findet beim Care Point einen ruhigen Ort. Auch für Menschen mit Beeinträchtigung gibt es durchdachte Inklusionskonzepte. Die entwickelten Sicherheitskonzepte dienen mittlerweile auch anderen Grossveranstaltungen als Vorbild.

 

Wertschöpfung für die Region

Neben der ökologischen und sozialen Verantwortung ist das Gurtenfestival auch ein wirtschaftlicher Faktor für die Region: Rund 30 Millionen Franken an direkter und indirekter Wertschöpfung generiert das Festival jährlich, der grösste Teil davon bleibt in Bern.

 

Ein eindrücklicher Einblick

Die Führung über das Gelände machte sichtbar, was sich hinter diesen Zahlen verbirgt: eine minutiös geplante Infrastruktur, durchdachte Sicherheits- und Nachhaltigkeitskonzepte und ein Team, das mit grossem Engagement dafür sorgt, dass ein Festival, das nach aussen vor allem für Musik und gute Stimmung steht, auch in Sachen Ökologie und Inklusion Vorbild sein kann.

Herzlichen Dank an das Gurtenfestival-Team für die offenen Einblicke, die spannenden Zahlen und das grosse Engagement.