70. Business Lunch
30.04.2026
ara region bern ag: Von der Kläranlage zur Energiezentrale der Zukunft
Der 70. Business Lunch der Klimaplattform führte zur ara region bern ag – und machte eindrücklich sichtbar, wie sich diese zu einem modernen Umwelt- und Energieunternehmen entwickelt hat.
Infrastruktur als Generationenaufgabe
In seiner Begrüssung betonte Alec von Graffenried die zentrale Rolle nachhaltiger Infrastruktur. Der Gewässerschutz sei eine der grossen Erfolgsgeschichten der letzten Jahrzehnte: Was heute selbstverständlich erscheint – saubere Flüsse und Seen – ist das Resultat vorausschauender Investitionen in den 1970er- und 1980er-Jahren.
Damals wie heute geht es um eine Generationenaufgabe. Während frühere Generationen die Grundlage für saubere Gewässer schufen, liegt es heute an uns, die Energieversorgung auf erneuerbare Quellen auszurichten. arabern steht exemplarisch für diesen Wandel – und für den Anspruch, auch kommenden Generationen eine funktionierende und nachhaltige Infrastruktur zu hinterlassen.
Gemeinsam Wirkung erzielen: 20 Jahre Klimaplattform
Seit 20 Jahren bringt die Klimaplattform Wirtschaft und öffentliche Hand zusammen, um konkrete Lösungen zu entwickeln – oft mit Fokus auf zukunftsfähige Infrastrukturen. Die Bilanz ist eindrücklich: Über 180’000 Tonnen CO₂ konnten eingespart und der Ausbau erneuerbarer Energien massgeblich vorangetrieben werden.
Im Rahmen des Business Lunches stellte Natalie Schäfer, Leiterin Umwelt und Energie beim Amt für Umweltschutz Jahresbericht 2025 vor. Mit 31’207 Tonnen eingespartem CO₂ und einem starken Zubau erneuerbarer Energien war es das erfolgreichste Jahr seit Bestehen der Klimaplattform.
Der Blick richtet sich nun nach vorn: Netto-Null bis 2045. Eine neue Charta soll Verbindlichkeit, Transparenz und Zusammenarbeit stärken – zentrale Voraussetzungen, um dieses Ziel gemeinsam zu erreichen.
arabern: Energie- und Umweltzentrale der Zukunft
Adrian Schuler und weitere Mitarbeitende der arabern zeigten auf einer anschliessenden Führung eindrücklich, wie sich die Anlage weiterentwickelt hat.
Aus Klärschlamm und biogenen Abfällen entstehen heute Biogas, Photovoltaikanlagen liefern Strom, und moderne Technologien reduzieren die im Abwasser enthaltenden und durch Vergärung entstehenden Treibhausgase. Bald entfernt eine zusätzliche Reinigungsstufe Mikroverunreinigungen wie Medikamentenrückstände oder Pestizide aus dem Abwasser.
Besonders hervorzuheben ist die Anlage zur Lachgaselimination, die seit 2025 in Betrieb ist und jährlich rund 19’000 Tonnen CO₂-Äquivalente einspart. Ebenfalls eindrücklich: die Abscheidung, Verflüssigung und langfristige Bindung von CO2 aus dem Vergärungsprozess.
So wird deutlich: arabern ist längst mehr als eine Kläranlage. Sie ist eine zentrale Akteurin der Energie- und Klimastrategie – und ein eindrucksvolles Beispiel dafür, was heute technologisch möglich ist.
Dialog als Schlüssel zur Transformation
Der Business Lunch zeigte einmal mehr, was die Klimaplattform auszeichnet: den offenen Austausch beim anschliessenden Mittagessen, das Teilen von Herangehensweisen und Lösungen und das Engagement ihrer Partner.
Denn der Weg zu einer klimaneutralen Region Bern gelingt nur gemeinsam – Schritt für Schritt.